Über die Elektroepilation kursieren zum Teil falsche Informationen und Halbwahrheiten, die ich zum besseren Verständnis näher erläutern will. 

Hier einige der häufigsten Fehlinformationen, die vermutlich aus Unwissenheit oder übertriebener Vorsicht entstanden sind..

Die Nadel- bzw. Elektroepilation darf grundsätzlich nicht durchgeführt werden:

  • an Kunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • während der Schwangerschaft
  • auf behaarten Muttermalen

Solche generalisierten Aussagen sind immer differenziert zu beurteilen.

Die Elektroepilation unterscheidet zwei bzw. drei Methoden. Die Elektrolyse, die Thermolyse und die Blend Methode (Kombination aus Elektrolyse und Thermolyse). Als Anwender (Elektrologist) der Elektroepilation ist es wichtig die Wirkung und Auswirkung der verschiedenen Methoden zu kennen.

Leider werden in Schulungen häufig aus Zeitmangel nur allgemeine Informationen vermittelt. Dies führt letztlich zu großen Unsicherheiten bei den Elektrologisten. Und bevor man einen Fehler macht, lehnt man die Behandlung lieber ab. Und das ist zugegebenermaßen immer noch besser als blauäugig alles und jeden Kunden zu behandeln. 

Seit mehr als 140 Jahren erfolgreiche Haarentfernung für immer

Die ersten Ergebnisse zur Haarentfernung mit der Elektrolyse wurden 1875 von Dr. Charles Michel (Augenarzt) im St. Louis Clinical Record veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Elektrolyse ständig weiterentwickelt und auf Nebenwirkungen überprüft. Mit der Thermolyse kam 1924 eine weitere Methode zur Haarentfernung hinzu. Arthur R. Hinkel (Elektroingenieur) und Henri St. Pierre (Elektrologist) entwickelten gemeinsam ein Epilationsgerät, mit dem die Elektrolyse und die Thermolyse kombiniert werden konnte, und meldeten 1945 ein Patent für ihre Blend (engl. mischen) Methode an.

Viele Jahrzehnte wurde die Elektroepilation von Ärzten und Kosmetikern durchgeführt. Heute arbeiten Elektrologisten auf der ganzen Welt ohne Komplikationen mit der Elektrolyse, Thermolyse und der Blend Methode.

Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine steigende Nachfrage nach einer professionellen Elektroepilation zu beobachten. Gleichzeitig kursieren aber immer mehr Fehlinformationen über die bewährteste, effektivste und sicherste Haarentfernungsmethode.

Gibt es denn nun Einschränkungen oder nicht?

Ja, die gibt es.

Nämlich bei der Behandlung an nicht gesunder Haut. Und in bestimmten Fällen gibt es Kontraindikationen oder Einschränkungen bei der Wahl der Methode. Dann muss der behandelnde Arzt involviert werden, denn nur er kennt seine Patienten am besten und ist in der Lage die Risiken einzuschätzen. 

Wann darf mit der Elektroepilation nicht behandelt werden?

Einfache Frage, einfache Antwort!

Immer dann, wenn die Haut irgendwelche Veränderungen/Erkrankungen zeigt, also nicht intakt ist, z. B. Sonnenbrand, Ekzem, Neurodermitis, Hautpilz, Herpes simplex, Akne usw.

In diesen Fällen darf an der geschädigten Haut mit keiner Methode behandelt werden. Die Elektroepilation kann jedoch in ausreichender Entfernung oder an einem entfernt liegenden Körperteil durchgeführt werden. In jedem Fall muss sichergestellt sein, dass die geschädigte Haut nicht zusätzlichen Schädigungen ausgesetzt wird. Im Zweifel den behandelnden Arzt hinzuziehen.

Was ist bei Schwangerschaft, Implantaten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

In diesen Fällen wird von der Behandlung mit Elektrolyse oder Blend abgeraten. Das gilt auch für thrombosegefährdete Hautstellen, bei Epilepsie oder wenn eine Kupferspirale eingesetzt wurde.

Auszug aus "Electrolysis Exam Secrets Study Guide, Mometrix Media": "In galvanic electrolysis, a complete electric circuit traveling in one direction through the client’s body is set up. Any type of metallic entity worn by or inserted into the body of the individual undergoing galvanic electrolysis can divert the path of electrons. The latter can range from pins inserted at various joints to implanted pacemakers, dental work, skull plates and intrauterine devices (IUDs). Both electrodes need to be placed in areas that are distant from any such metal devices. In addition, the current should not circulate through the pelvic region, especially if the client is pregnant or wearing an IUD, and thermolysis is the method of choice for removal in the abdominal or bikini areas in these cases. The handheld electrode should always be placed in the same hand as the side of removal for the upper lip because otherwise the current will circulate throughout the mouth and produce a metallic sensation there."

Bei den o. g. Fällen ist die Thermolyse im Zweifel die Methode der Wahl.

Aber: Manche schwangeren Frauen sind besonders empfindsam. In diesem Fall sollte man während der Schwangerschaft die Behandlung unterbrechen.

Wichtig: Bei elektronischen Geräten, die ständig am oder im Körper getragen werden, sollte der behandelnde Arzt und der Gerätehersteller befragt werden.

In jedem Fall ist die Vorlage einer "Ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Durchführung der Elektroepilation" erforderlich.

Können Haare auf Muttermalen/Warzen mit der Elektroepilation entfernt werden?

Die Haare auf den meisten Muttermalen können behandelt werden. Bei Warzen unterscheidet man zwischen echten (ansteckend) und unechten (nicht ansteckend), z. B. Alterswarze oder vulgäre Warze. Die Differenzierung erfolgt durch einen Dermatologen nach einer entsprechenden Untersuchung.

Ist alles in Ordnung und es handelt sich um eine nicht ansteckende Warze oder ein harmloses Muttermal bitten Sie Ihren Arzt um eine "Ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Durchführung der Elektroepilation".

Und wenn der Arzt der Elektroepilation nicht zustimmt?

Die Kommunikation mit den behandelnden Ärzten ist mir sehr wichtig. In meiner Praxis werden Behandlungen während der Schwangerschaft, bei Erkrankungen, Implantaten, auf Muttermalen oder Warzen nur bei vorliegender "Ärztlicher Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Durchführung der Elektroepilation" eines Arztes durchgeführt. Wenn es erforderlich ist, führe ich Behandlungen auch in den Räumlichkeiten der Arztpraxis oder Klinik durch.

Wenn Ihr Arzt der Behandlung mit der Elektroepilation nicht zustimmt, dann wird er seine Gründe dafür haben, die er Ihnen sicher auch erläutert.

Woher stammen diese Informationen?

  • Aus meinen Schulungsunterlagen und -aufzeichnungen.
  • Aus meinen CPE vorbereitenden Studienunterlagen.
  • Aus meinen Fachbüchern.
  • Und nicht zu vergessen durch den Austausch mit langjährigen, fachkundigen Kollegen weltweit.


Auszug aus: Cosmetic and Medical Electrolysis & Temporär Hair Removal, 2nd Edition, Robert N. Richards M.D. (Dermatologe) Gay E. Meharg R.N. (Krankenschwester und Elektrologist)

Da sich aber die Welt weiter dreht und dabei immer neue Erkenntnisse mit sich bringt, sind alle hier gemachten Angaben selbstverständlich ohne Gewähr.

Ich bin ständig bemüht mein Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten und bitte jeden, der neuere Informationen und/oder wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema vorliegen hat, um Kontaktaufnahme.

Gerne ergänze ich meine Ausführungen oder führe notwendige Änderungen durch.

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