Haarwissen: Enthaarungsmethoden und ihr historischer Hintergrund – Teil 2
In diesem zweiten Teil geht es um Enthaarungsmethoden, bei denen die Haare aus dem Follikel herausgerissen werden – Zupfen, Waxing, Sugaring, Epiliergeräte und Fadentechnik – und um ihre Auswirkungen auf Haut und Haar.
Lernen Sie die Methoden näher kennen, bei denen Haare buchstäblich „an der Wurzel gepackt“ werden – von der Pinzette über Waxing und Sugaring bis hin zu Epiliergeräten und Fadentechnik. Ich erläutere, wie diese Verfahren arbeiten, warum sie nur eine temporäre Haarentfernung bieten und welche typischen Probleme wie eingewachsene Haare, Entzündungen und Vernarbungen dabei häufig auftreten.
Zupfen, Waxing und Sugaring
Einzelne Haare werden oft mit einer Pinzette gezupft. Beim Waxing oder Sugaring kommen Kaltwachsstreifen, Warmwachs oder eine Mischung aus Zucker, Wasser und Zitronensaft (auch Halawa genannt) zum Einsatz. Allen gemeinsam ist, dass die sichtbaren Haare von der Masse umschlossen werden und durch Abziehen die Haare im Follikel abgerissen werden. Dauer: bis zu 4 Wochen.
Elektrische Epiliergeräte
Epiliergeräte zupfen die Haare über sich drehende Walzen mit versetzten Pinzettenpaaren oder mit sich rotierenden Scheiben aus. Die Haare sollten mindestens 0,3 bis 0,5 cm lang sein, aber nicht länger als 1 cm. Dauer: siehe Zupfen, Waxing und Sugaring.
Fadentechnik
Die Fadentechnik wird im Wesentlichen für die Entfernung von Gesichtshaaren angewendet und hat ihren Ursprung in orientalischen Ländern. Die Fäden, die man dafür benutzt, werden mit zwei Händen zwischen den Fingern sehr schnell gedreht und dabei so über die Haut geführt, dass sich beim Drehen die Haare dazwischen verfangen und so herausgerissen werden. Dauer: siehe Zupfen, Waxing und Sugaring.
Nachteile
Beim Zupfen, Ausreißen oder Waxing/Sugaring kann sich die Haut über dem herausgerissenen Haar verfestigen. Das behindert das nachwachsende Haar, sodass es unter der Hautoberfläche weiterwächst, manchmal zusammengerollt. Entzündungen und Vernarbungen als Folge treten dabei sehr häufig auf. Ferner kann bei diesen Methoden das Haarwachstum in bestimmten Arealen sogar angeregt werden.
Ergänzende enzymatische und pflanzliche Wirkstoffe
Spezielle Präparate mit Enzymen oder pflanzlichen Inhaltsstoffen werden – meist im Kosmetikstudio – nach dem Waxing oder Sugaring aufgetragen oder mittels Ultraschall (Sono- bzw. Phonophorese) eingebracht. Die Wirkstoffe sollen – der Herstellerangabe nach – die Zellteilung verlangsamen und so eine Haarwuchsverzögerung bewirken. Dauer: möglicherweise etwas länger anhaltend als Zupfen, Waxing und Sugaring.